Startseite | Kontakt | Impressum | Haftungsausschluss | Info: Schmöker-Ecke | Info: Facebook/Twitter/Google+

16. Mai 2002:

Zweiter Stammtisch von links war voller Erfolg

Düren/Jülich, 16. Mai 2002

2. "Stammtisch von Links" ein voller Erfolg

Düren/Jülich. Bereits zum zweiten Mal luden die Jusos des Kreises alle interessierten Frauen und Männer in die KOMM-Kneipe in Düren zu ihrem "Stammtisch von Links" ein. Wieder fanden sich zahlreiche interessierte, zumeist junge Leute zusammen, um diesmal die Zukunft der Bundeswehr als Wehrpflichtarmee zu diskutieren. In einem Kurzreferat zum Thema brachte Dirk Eickenhorst, Vorsitzender der Jusos in Jülich, viele Argumente für eine Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht und einer Umwandlung in eine Freiwilligen- und Berufsarmee vor.

"Die Wehrpflicht hat in Deutschland ihre Legitimation verloren."

"Zurecht fragen junge Männer, auf welcher Grundlage ihre Freiheitsrechte für die Dauer des Wehrdienstes eingeschränkt werden.", berichtete Eickenhorst. "Sie fragen, weshalb ihre Ausbildung, ihr Beruf und ihre persönliche Lebensplanung hinter den Dienst an der Waffe zurücktreten müssen. Es gibt zudem längst keine Wehrgerechtigkeit mehr in Deutschland, denn es ist bereits jetzt dem Zufall überlassen, wer seinen Dienst an der Waffe leisten muss."

Der Unterbezirksvorsitzende der Jusos, Michael Servos, sagte: "Junge Männer fragen sich: "Wieso gerade ich?". Besonders benachteiligt sind übrigens jene Männer, die den Dienst an der Waffe aus Gewissensgründen verweigern. Sie müssen fast immer ihren (Zivil-) Dienst leisten."

Große Einigkeit herrschte in der auf das Referat folgenden, angeregten Diskussion darüber, dass die Wehrpflicht ein Auslaufmodell darstellt, so wie in fast allen europäischen Nachbar- und Partnerstaaten.

Soziales Bewusstsein muss gefördert werden

Interessant die verschiedenen Lösungsansätze, wie man von einer Wehrpflicht zu einer Freiwilligen- und Berufsarmee kommt, ohne das Sozialsystem durch den Wegfall des Zivildienstes zu belasten; so favorisieren die Jülicher Jusos eine Mischung aus verpflichtendem "Staats- oder Gemeinschaftsjahr, in welchem alle, also Frauen wie Männer, sich für ein Jahr in den Dienst der Gemeinschaft stellen, wobei es ihnen überlassen wird, ob sie sich für einen sozial geprägten oder den Dienst an der Waffe entscheiden. Das soziale Bewusstsein der jungen Frauen und Männer soll in regelmäßigen, einwöchigen Seminaren außerhalb der gewohnten Alltagsumgebung geschult und gefördert werden.

Auch die Umwandlung der Zivildienststellen in sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze bei gleichzeitiger Attraktivierung des freiwilligen ökologischen bzw. sozialen Jahres erscheint erfolgversprechend, da hier konkrete Vorteile, wie die Anrechenbarkeit bei Wartezeiten für das Studium und für die Rente, in Betracht kommen könnten.

Das Thema Wehrpflicht stellte sich für die Diskussionsteilnehmer als so komplex dar, daß man sich darauf einigte, weitere Gespräche in diesem Bereich zu führen.

Abschließend bemerkte Dirk Eickenhorst: "Die Einführung eines so genannten Staats- oder Gemeinschaftsjahres führt meiner Ansicht nach nicht nur zu mehr (Wehr-) Gerechtigkeit, weil nur der an der Waffe dient, der es auch möchte, sondern schult auch die soziale Kompetenz jedes einzelnen und den toleranten Umgang untereinander. Dies könnte langfristig vielleicht sogar tragische Ereignisse wie die in Erfurt verhindern helfen!"

Copyright: Dirk Eickenhorst 2002

  © Dirk Eickenhorst 2001 - 2012