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30. Oktober 2002:

Irgendwas bleibt immer hängen

Jülich, 30.10.2002

Leserbrief von Dirk Eickenhorst, Vorsitzender der Jusos Jülich:

„Irgend etwas bleibt immer hängen, wenn man mit genügend Dreck um sich wirft“, mag sich Thomas Rachel wohl gedacht haben, als er meinte, die SPD in Jülich als Wahlbetrüger entlarven zu können.

Hatte er doch einen Passus in der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung gefunden, wonach für neue Forschungs-einrichtungen des Bundes die „neuen“ Bundesländer bevorzugt werden sollten.

„Das spricht Bände!“ und „das zeigt, dass die SPD Jülich die Wählerschaft im Bundestagswahlkampf getäuscht hat.“ wird er in der Presse zitiert.

Bände spricht aber vielmehr die erschreckende Diskrepanz zwischen der Realität und Rachels pressewirksamen Getöse:

Zum einen spricht die Bundesregierung in ihrer Koalitions-vereinbarung eindeutig von „ neu einzurichtenden Forschungs-zentren des Bundes“, und gerade Thomas Rachel, der forschungspolitische Obmann der Unions-Fraktion sollte wissen, dass das Projekt ESS (übrigens schon dem Namen nach) ein europäisches Projekt ist.

Zum anderen war es doch gerade seine Partei, die - offenbar an der Meinung ihres „Forschungsexperten“ vorbei – offen mit einer Standortzusage für die Einrichtung der ESS in Halle/Leipzig in den Wahlkampf ging („Stoiber-Späth-Papier“ vom 12. Juli 2002, Seite 17: “ Die Ansiedlung der geplanten europäischen Spallations-Neutronenquelle im Raum Halle/Leipzig für die Materialforschung kann ein zusätzlicher Leuchtturm für die Forschungslandschaft in Ostdeutschland sein.“).

Niemand will Thomas Rachel absprechen, dass er sich im Rahmen seiner Möglichkeiten bemüht, auf eine Standortentscheidung pro Jülich hinzuwirken, jedoch will mir nicht klar werden, wie er das mit unhaltbaren und falschen Vorwürfen gegen die Jülicher Sozialdemokraten bewerkstelligen will. Bei einem so wichtigen Projekt, wie es die ESS für Jülich ist, sollte man erwarten können, dass alle Politiker an einem Strang ziehen, um das Beste für unsere Stadt zu erreichen, und nicht, wie am Beispiel Rachels zu sehen ist, sich gegenüber der Jülicher SPD aus Enttäuschung über den verlorenen Bundestagswahlkampf in völlig falschen Vorwürfen zu ergehen.

Übrigens hat bereits am 24. Oktober 2000 der damalige Ministerpräsident des Landes NRW, Wolfgang Clement, anlässlich einer Kabinettsitzung des Landtages in Jülich (!) gesagt: „Jülich ist der beste Standort!“ Und dass die Sitzung in Jülich, mit der die Landesregierung ein Zeichen pro Jülich setzte, u.a. auf beständiges „Baggern“ des Jülicher MdL Hans-Günter Hafke hin überhaupt erst stattfand, ist auch kein Geheimnis. Das weder Clement noch Hafke Mitglieder in Rachels Partei sind, wohl erst recht nicht.

Aber wenn man mit genügend Dreck um sich wirft...

Copyright: Dirk Eickenhorst 2002

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