15. Juni 2006:
Mahnmal von Vandalen heimgesucht
Dirk Eickenhorst von der Gesellschaft wider das Vergessen und für Toleranz appelliert an Schulen
Jülich. Dirk Eickenhorst, stellvertretender Vorsitzender der „Gesellschaft wider das Vergessen und für Toleranz“, schlägt Alarm.
Das Mahnmal auf dem Propst-Bechte-Platz ist offensichtlich in letzter Zeit Ziel jugendlichen Vandalismus, teilte er mit. Bei einem Besuch am Mahnmal am Dienstag fielen ihm mehrere Schmierereien und Beschädigungen auf.
Auf beiden Seiten des Mahnmals, jeweils oberhalb des Textbandes, befinden sich Kritzeleien, mit einem Edding aufgebracht. Ebenfalls über den Textbändern wurde mit einem spitzen Gegenstand ein (römisches/christliches) Kreuz eingeritzt.
Einer der Figuren wurde ein Gesicht eingeritzt, dass durch Seitenscheitel und kleinen Schnauzbart gewisse Assoziationen wachruft, wie er meint.
Bei beiden Figuren finden sich Beschädigungen im „Genitalbereich“.
Eickenhorst: „Ich bin empört über soviel zerstörerische Energie, die sich hier ausgerechnet an einem Mahnmal für hunderte Jülicher Bürger entlädt, die durch die Nationalsozialisten ums Leben gebracht worden sind. Gleichzeitig möchte ich die Lehrer der dort ansässigen Schule(n) bitten, sich mit ihren Schülern noch einmal intensiv mit dem Mahnmal und seiner Funktion auseinanderzusetzen.“
Wie die Beschädigungen zu beheben sind und wie dies finanziert werden kann, müsse noch erörtert werden.


