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23. Mai 2007:

Die Mauer verfällt

Zustand am jüdischen Friedhof bemängelt

Jülich. In Nähe des jüdischen Friedhofs in Jülich steht ein künstlerisch anspruchsvoll gestaltetes Mahnmal, das an die Opfer des Nationalsozialismus im Jülicher Land erinnert. Vor einigen Jahren wurde ein Teil der Grünstraße in „An der Synagoge“ umbenannt. Eine Tafel erinnert an ein Wohnhaus an den Standort der Synagoge, die im November 1938 ein Raub der Flammen wurde.

Man könnte meinen, dass die Stadt Jülich sorgsam mit der Erinnerung an ihre ermordeten jüdischen Bürger umgeht. Leider ist dies am jüdischen Friedhof selbst nicht so, hat Dirk Eickenhorst dokumentiert.

Das Vorstandsmitglied der „Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz“ war mit dem Friedhofsbeauftragten des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden Nordrhein, Dieter Peters, auf Besichtigungstour und hat in Jülich Trauriges festgestellt, wie er jetzt der Stadtverwaltung mitteilte.

Bereits im Jahre 2005 ist die Stadt auf den Zustand der äußeren Begrenzungsmauer hingewiesen worden, schreibt Eickenhorst. Der Putz auf der Innenseite ist großflächig abgeplatzt. Eine Risslinie ist „auf Straßenniveau“ entlang der gesamten Mauer zu sehen. Das Innere des Mauerwerks ist davon betroffen. Die Mauerkrone ist an vielen Stellen lose und kann abgehoben werden. Einzelne Steine an der Außenseite sind locker und drohen herauszufallen. Seit 2005 sei nichts geschehen. Nicht nur dies ist aus Sicht von Eickenhorst unverständlich.

Die Außenmauer des jüdischen Friedhofs im Titzer Ortsteil Müntz wurde aus Mitteln der Denkmalförderung aufwändig saniert. Warum wurde das Jülicher Gegenstück nicht in das Programm aufgenommen?

Stadt in der Pflicht

Der Bürger erinnert die Stadtverwaltung daran, dass die Kommunen für die Instandhaltung und Pflege der jüdischen Friedhöfe verantwortlich sind. „Ich bitte Sie daher, dieser Verpflichtung umgehend nachzukommen“, schriebt er an die Stadt.

Der Haupt- und Finanzausschuss verwies die Angelegenheit an den Ausschuss für Planung, Umwelt und Bauen. (-ks-)

  © Dirk Eickenhorst 2001 - 2012