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07. Juni 2008

Flut legt die Friedhofsmauer flach

Ein Artikel der Jülicher Zeitung
von A. Wolters

Müntz. Gewitter und Unwetter der letzten Tage haben im Jülicher Land nicht nur Straßen und Keller überflutet sowie das Hab und Gut vieler Menschen beschädigt, sondern auch dem Jüdischen Friedhof in Müntz arg zugesetzt.

Unser Leser Dirk Eickenhorst, der die Schäden fotografisch dokumentiert hat, war von Dieter Peters informiert worden. Der ist seit 1994 als Friedhofsbeauftragter des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein tätig. Seinen Schilderungen zufolge müssen sich an einer Mauer des Friedhofs größere Wassermassen gesammelt haben.

Aus Richtung Mersch sollen die Wassermassen, ergänzt der Titzer Bürgermeister Josef Nüsser, dem Gefälle folgend «wie ein Fluß» gegen das rund 150 Jahre alte Gemäuer angebrandet und teilweise über die Mauerkrone geschwappt sein. Die Mauer gab nach, stürzte um und das gesamte abschüssige Gelände lief ähnlich einem Becken voller Wasser, was weitere Mauerbrüche nach sich zog.

Einzelne Mauerteile wurden demnach noch bis zu 50 Meter weit auf eine Kuhweide geschwemmt. «Das sieht aus, als wenn ein Panzer durchgefahren wäre», beschreibt der Bürgermeister das Ausmaß der Verwüstungen durch die Fluten. Das eigentliche Friedhofsareal, das außerhalb des Ortes in der Feldgemarkung liegt, ist von einer dicken Schlammschicht bedeckt.

Wie Nüsser auf Anfrage weiter erläuterte, habe die Gemeinde Aufräumarbeiten, etwa die Sicherung der Mauerreste, sofort eingeleitet. Zum Glück, so der Bürgermeister, werden die gerade erst restaurierten Grabsteine des unter Denkmalschutz stehenden Friedhofs noch im Depot des gemeinlichen Bauhofs in Rödingen verwahrt.

Um beim Aufstellen der Grabsteine keine Fehler zu machen und mögliche Riten einzuhalten, hatte die Gemeinde Kontakt mit dem Landesverband der jüdischen Kultusgemeinden aufgenommen, die allerdings bisher keine Rückantwort gegeben hat. Eine weitere Stelle, die bei der Wiederherstellung der Friedhofsmauer ein gewichtiges Wort mitzureden hat, ist die Denkmalbehörde. Die könne, so Nüsser, nicht nur bei der baulichen Ausführung beraten, sondern vielleicht auch bei der Finanzierung behilflich sein.

(Copyright: Jülicher Zeitung/ahw 2008; Foto: Dirk Eickenhorst)

Schwere Schäden am Müntzer jüdischen Friedhof

Ein Artikel von www.das-Juelicht.de
Von Dirk Eickenhorst

Das Unwetter über dem Jülicher Land hat dem denkmalgeschützten jüdischen Friedhof in Müntz schwere Schäden zugefügt. Die Mauer ist nahezu vollständig zerstört und das Gräberfeld überspült worden.

Dieter Peters, seit 1994 als freier Mitarbeiter im Sinne eines Friedhofsbeauftragten des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein tätig, hat nach eigener Aussage bereits Kontakt zu Vertretern der Gemeinde und zur Denkmalschutzbehörde aufgenommen, um über etwaige Rettungs- oder Restaurierungsmöglichkeiten zu sprechen.

Bei einem der Gewitter der letzten Tage muss eine größere Wassermasse sich auf einem angrenzenden Acker gegen die Außenmauer des Friedhofs aufgestaut haben. Diese ist vermutlich durch die Regenfälle der letzten 150 Jahre bereits geschwächt gewesen. Sie gab nach, stürzte um, und die Wassermassen liefen auf das Friedhofsgelände.

Dieses muss ähnlich einem Schwimmbecken regelrecht vollgelaufen sein, dies belegt die dicke Schlammschicht, mit der fast der ganze Friedhof überzogen ist. Durch den Druck des Wassers und der Mauertrümmer gab dann auch die gegenüberliegende, an einem Wirtschaftsweg gelegene Friedhofsmauer nach, und stürzte nahezu vollständig um. Mauerteile wurden noch bis 50 Meter weiter auf eine Kuhweide geschwemmt.

Der Friedhof, dessen alte Grabsteine sich zurzeit zur Restaurierung auf dem Bauhof in Rödingen befinden, steht unter Denkmalschutz. Eine Reparatur der nahezu vollständig zerstörten Außenmauer wird vermutlich recht kostspielig werden.

(Copyright: www.das-juelicht.de/de 2008)

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