Die Schneeflocken-Methode
Wie man seinen Roman ganz einfach durch-designed
Sicher gibt es tausende gute Methoden, wie man einen Roman schreiben kann. Einige machen es so, wie ich es anfangs gemacht habe. Sie überlegen sich grob, was sie schreiben möchten, und notieren eine grobe Handlung. Dann denken sie sich kurz aus, was im ersten Kapitel passieren soll, vielleicht noch, welche Figuren in der Geschichte mitspielen. Dann schreiben sie die erste Szene. Danach überlegen sie sich, was in der zweiten Szene passiert, und schreiben diese, usw. usw.
Leichter ist es allerdings, die Sache systematisch anzugehen. Die Methode, die ich heute anwende, möchte ich Ihnen an dieser Stelle näherbrigen: Die Schneeflocken-Methode:
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Randall Ingermanson
Der Entwickler der "Snowflake Method"
Der Physiker und Schriftsteller Randall "Randy" Ingermanson hat eine geniale Methode entwickelt, mit der man spielend an den ersten fertigen Entwurf seines Romans kommt. Diese Methode möchte ich Ihnen hier und heute gerne erklären. Ich benutze diese Methode mittlerweile selbst, und ich finde, dass es das kreative Schreiben deutlich vereinfacht.
Die Schneeflocken-Methode!
Sie haben also vor, einen eigenen Roman zu schreiben. Und jetzt sitzen Sie an ihrem Schreibtisch oder vor ihrem Laptop und haben den Kopf voller Ideen. Wie bringen Sie diese jetzt ordentlich in den Computer/auf das Papier?
Früher habe ich mir lediglich ein paar Gedanken dazu gemacht, wie meine Geschichte enden soll, habe mir ein paar Sätze zum Handlungsverlauf notiert, habe mir ein paar Charaktere ausgedacht und grob skizziert, und dann einfach drauf los geschrieben. Ich habe Szene für Szene geplant, und blieb meistens irgendwann irgendwo stecken. Dann bin ich auf die Schneeflocken-Methode gestoßen, und alles hat sich geändert.
Daher finden Sie auf dieser Seite eine sehr freie Übersetzung (besser Beschreibung) dieser Methode:
"Wie man einen Roman schreibt" (Nach Randy Ingermanson)
Einen Roman schreiben ist kinderleicht.
Einen guten Roman zu schreiben, ist schon gar nicht mehr so leicht. Aber so ist es mit dem Leben ja auch. Wenn das kreative Schreiben so einfach wäre, dann würde jeder Autor einen Bestseller nach dem anderen schreiben, der mit Literaturpreisen überschüttet würde.
Sicher gibt es tausende Methoden, wie man erfolgreich einen Roman schreibt. Es gibt ja auch tausende Menschen, die bereits erfolgreich einen Roman geschrieben (und veröffentlicht!) haben. Die richtige Methode für Sie persönlich ist daher die, die für Sie funktioniert. Ich möchte Ihnen nun hier die Schneeflocken-Methode von Randy Ingermanson erklären, weil sie für mich funktioniert.
Schneeflocke
Das einfache Dreieck
Eine gute, fiktive Geschichte fließt einem nicht einfach aus den Fingern, sie wird geplant. Oder designed, um es neudeutsch auszudrücken. Man kann die Designarbeit vorher erledigen, oder nachdem man seinen Roman geschrieben hat. Ich habe beide Methoden ausgiebig getstet und bin fest davon überzeugt, dass es viel schneller geht, und vor allem zu besseren Ergebnissen führt, wenn man die Planung - das Design - vorher macht.
Design ist harte Arbeit, daher ist es wichtig, frühzeitig eine gute Methode für sichzu finden.
Mit dieser Anleitung soll Ihnen eine umfassende Anleitung für die Designarbeit an Ihrem nächsten Roman gegeben werden.
Der Entwickler dieser Methode war ein Softwareentwickler, der große Projekte designed hat. Dafür wendete er die “Schneeflocken-Methode” an, und setzte diese Methode später für seine Romane um.
Aber was ist denn jetzt die Schneeflocken-Methode?
Stellen Sie sich als Erstes ein großes Dreieck vor. Wenn Sie an jeder glatten Seite des großen Dreiecks ein kleineres Dreieck hinzufügen, erhalten Sie einen Stern. Wiederholen Sie diesen Schritt oft genug, erhalten Sie irgendwann etwas, das aussieht wie eine Schneeflocke. Ganz ähnlich machen Sie es nun mit Ihrem Roman: Sie beginnen mit einer ganz einfaches Form, und fügen nach und nach Stückchen um Stückchen hinzu.
Ich schlage vor, Sie erstellen Ihren nächsten Roman nach der Schneeflocken-Methode – zunächst fangen Sie einfach mit dem ersten der im Verlauf dieser Seite vorgestellten zehn Schritte an, dann fügen Sie solange ein Element nach dem anderen hinzu, bis es wie eine komplette Geschichte aussieht.
Ein wichtiger Teil dieser Arbeit ist kreative Arbeit und niemand kann Ihnen beibringen, wie man diese erledigt. Aber der größte Teil der Arbeit ist lediglich Organisation - ordnen Sie alles zu einem gut strukturierten Roman. Das ist es, was hier vermittelt werden soll.
Die meisten Menschen, die einen Roman zu schreiben planen, verbringen viel Zeit damit, über ihren Roman nachzudenken, bevor sie überhaupt mit dem Schreiben beginnen. Es wird etwas recherchiert. Man versinkt in Tagträumen darüber, wie die Geschichte funktionieren könnte. Man praktiziert Brainstorming, bis man anfängt, die verschiedenen Stimmen der Charaktere regelrecht zu hören. Man denkt darüber nach, worum es in dem Buch überhaupt geht - den tieferen Sinn der Geschichte. Randy Ingermanson nennt diesen wichtigen Teil eines Buchs “Komposition”. All dies ist ein informeller Prozess und jeder Schriftsteller geht anders damit um. Letztendlich hat jeder Autor seine Geschichte mehr oder weniger ausgeprägt bereits im Kopf, und ein jeder hat seine eigene Methode.
Bevor Sie also anfangen zu schreiben, musst Ihre Arbeit organisiert werden. All die wundervollen Ideen müssen irgendwie festgehalten werden, sei es auf Papier oder in einem Computerprogramm.
Hierzu empfehle ich persönlich für Windows-Nutzer die kostenlose Software yWriter und das kostenpflichtige, aber geniale Papyrus Autor und für Mac-Benutzer Story Mill, dass sogar die hier beschriebene Methode bereits "eingebaut" hat, und ebenfalls Papyrus Autor.
Warum die Ideen schriftlich festhalten? Weil die Erinnerung fehlbar ist und die Kreativität der Gedanken möglicherweise große logische Löcher in der Geschichte übrig gelassen hat - Löcher, die gefüllt werden müssen, bevor man anfängt, den eigentlichen Roman zu schreiben.
Sie benötigen ein Designdokument.
Und es ist außerordentlich wichtig, dieses Dokument auf eine Art und Weise herzustellen, die nicht die Lust zerstört, die Geschichte am Ende auch wirklich zu schreiben.
Hier ist also die 10-Schritte-Schneeflocken-Methode, ein Designdokument zu erstellen. Ich selbst benutze diese Methode, um meine Romane zu planen und zu schreiben und hoffe, sie wird auch anderen Autoren helfen.
Schneeflocke
Das einfache Dreieck
Nimm Sie sich eine Stunde Zeit und schreiben Sie eine Zusammenfassung Ihres Romans. Sie sollte nicht länger als ein Satz sein. Es kann Etwas in der Art sein wie: “Ein gewitzter Physiker reist in der Zeit zurück um Apostel Paulus zu töten” (Das ist die Zusammenfassung des ersten Romans “Transgression” von Randy Ingermanson). Dieser Satz wird Ihnen für immer als 10-Sekunden-Verkaufswerkzeug dienen. Das ist die Übersicht, das Analogon zu dem ersten großen Dreieck in der Schneeflockenstruktur.
Wenn Sie später ein Exposé für Ihren Roman schreiben, sollte dieser Satz ziemlich am Anfang erscheinen. Er ist der Aufhänger, der Ihren Roman den Menschen schmackhaft machen soll, dem Literaturagenten, dem Verlag, dem Herausgeber, dem Verkaufspersonal und den Geschäftsführern der Buchläden und schlussendlich Ihren Lesern. Also machen Sie daraus das Beste, was Ihnen möglich ist!
Hier einige Hinweise, was eine gute “Zusammenfassung in einem Satz” ausmacht:
Weniger ist mehr. Versuchen Sie, maximal 15 Wörter zu verwenden.
Verwenden Sie bitte eine Charakternamen! Schreiben Sie besser “der wahnsinnige Massenmörder” anstatt “Rodrigo Martinez“.
Verbinden Sie das große Ganze und die persönliche Ebene der Geschichte. Welcher Charakter hat am meisten zu verlieren? Dann sagen Sie auch, was er gewinnen möchte.
Lesen Sie die einzeiligen "Klappentexte" in der New York Times Bestsellerliste ( für Autoren mit Englischkenntnissen zu finden auf den Internetseite der New York Times), um zu lernen wie man das macht.
Eine Zusammenfassung in nur einem Satz zu erstellen ist eine eigene Kunst. Nehmen Sie sich also Zeit.
Nehmen Sie sich wieder eine Stunde Zeit und erweitern Sie den einen Satz zu einem vollständigen Absatz. Dieser Absatz soll den Aufbau Ihrer Geschichte beschreiben, die grössten Katastrophen und das Ende Ihrer Geschichte. Das ist das Analogon zum zweiten Stadium der Schneeflocke. Ich selbst unterteile meine Geschichten gerne in “drei Katastrophen und ein Ende“. Jede der Katastrophen macht ungefähr ein Viertel des entstehenden Buches aus und das Ende nimmt das letzte Viertel ein. Ich bin mir nicht sicher, ob diese Struktur für einen Roman ideal ist, aber es trifft meinen persönlichen Geschmack als Autor.
Wenn Sie sich also an die "Drei-Akte-Struktur" halten möchten, dann entspricht das Ereignis der ersten Katastrophe dem Ende des ersten Akts. Die zweite Katastrophe geschieht ungefähr in der Mitte von Akt zwei. Die dritte Katastrophe entspricht folgerichtig dem Ende von Akt zwei und erzwingt in seiner Folge Akt drei. Es ist vollkommen in Ordnung, wenn die erste Katastrophe durch äußere Umstände erzeugt wird, aber ich denke, dass die zweite und dritte Katastrophe dadurch eingeleitet werden sollte, dass der Protagonist versucht die "Dinge in Ordnung zu bringen". Und so macht er Alles nur einfach schlimmer und schlimmer.
Auch den Absatz aus diesem Schritt der "Schneeflocke" können Sie in Ihrem Exposé verwenden. Idealerweise besteht Ihr Absatz aus fünf Sätzen. Ein Satz um den Hintergrund und den Aufbau der Geschichte zu erläutern (Siehe Schritt 1). Dann ein Satz für jede Ihrer "drei Katastrophen". Dann ein weiterer Satz, um das Ende zu erzählen. Wenn Ihnen das Ergebnis Ihrer Bemühungen dann verdächtig nach Klappentext klingt, dann weil … nun, weil es einer ist, und die Rückseite eines Buches ist die Stelle, wo er eines Tages vielleicht auftauchen wird.
Die in den bisherigen Schritten entstandenen Texte geben Ihnen einen groben Überblick über Ihren Roman. Und jetzt brauchen Sie etwas vergleichbares für die Storyline jedes Charakters (Haupt-, aber auch Nebenfiguren!). Charaktere sind der wichtigste Teil jeder Geschichte und die Zeit, die Sie investieren, die Charaktere im Voraus zu entwickeln, wird sich für Sie mehrfach auszahlen, wenn Sie später mit dem eigentlichen Schreiben beginnen. Für jeden Ihrer Hauptcharaktere nehmen Sie sich bitte eine Stunde Zeit und schreiben eine ungefähr einseitige Zusammenfassung, die folgendes enthalten sollte:
Den Namen des Charakters
Eine Ein-Satz-Zusammenfassung der Storyline des Charakters
Die Motivation des Charakters (was möchte er im Allgemeinen?)
Das Ziel des Charakters (was möchte er konkret erreichen?)
Der Konflikt des Charakters (was hindert ihn daran, sein Ziel zu erreichen?)
Die Entwicklung des Charakters (was lernt er, wie verändert er sich?)
Eine Ein-Absatz-Zusammenfassung der Storyline des Charakters
Ein wichtiger Hinweis:
Es kann sein, dass es notwendig wird, dass Sie zu früheren Schritten zurückkehren und z. B. Ihre Ein-Satz-Zusammenfassung und/oder Ihre Ein-Absatz-Zusammenfassung überarbeiten. Tun Sie das! Das ist gut - es bedeutet nämlich, dass Ihre Charaktere Ihnen etwas über die Geschichte beibringen. Es ist ein Fakt; das Überarbeiten ist nicht nur okay - es ist unvermeidlich. Und es ist gut für Sie. Jede Überarbeitung, die Sie jetzt schon vornehmen, müssen Sie später nicht an einem klobigen 400-Seiten Manuskript erleiden.
Noch ein wichtiger Punkt:
Die jetzigen Ergebnisse Ihrer Arbeit müssen nicht perfekt sein. Das Ziel eines jeden Schrittes in diesem Designprozess ist es, Sie jeweils einen Schritt weiter zu bringen. Behalten Sie einfach Ihren Schwung nach vorne! Sie können später jederzeit wieder ein Stück zurückgehen und Alles überarbeiten, wenn Sie Ihre Geschichte besser verstehen. Sie werden das ganz sicher tun, es sei denn, Sie sind ein genialer Schriftsteller und sehr viel intelligenter als ich es bin.
Schneeflocke
Durch Erweiterung in Richtung Ziel
An diesem Punkt werden Sie bereits eine gewisse Vortellung der groben Struktur Ihres Romans haben, und bisher haben Sie vermutlich nicht mehr als ein oder zwei Tage investiert. Vielleicht haben Sie auch bereits eine ganze Woche mit dieser Arbeit verbracht, aber das ist eigentlich vollkommen unwichtig. Wenn Ihre Geschichte nicht funktionieren sollte, dann erfahren Sie es besser jetzt, als es erst herauszufinden, nachdem Sie bereits 500 Stunden an einem ersten Entwurf gesessen haben.
Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, Ihre Geschichte weiter wachsen lassen. Nehmen Sie sich dafür einige Stunden Zeit und erweitern Sie jeden Satz Ihrer Ein-Absatz-Zusammenfassung aus Schritt zwei in einen vollständigen Absatz. Jeder dieser neuen Absätze, bis auf den letzten Absatz, sollte in einer "Katastrophe" enden. Der letzte Absatz sollte dann den Schluss Ihrer Geschichte beschreiben.
Das macht Ihnen vermutlich eine Menge Spaß (mir macht es das jedenfalls!) und am Ende dieser Übung haben Sie ein ziemlich gutes, einseitiges Skelett Ihres Romans.
Wenn Sie es nicht schaffen, Alles auf einer Seite unterzubringen, machen Sie sich nichts daraus. Was wirklich von Bedeutung ist, sind die ausgearbeiteten Ideen, die in Ihre Geschichte einfließen sollen. Außerdem bauen Sie den Konflikt Ihrer Geschichte aus. Sie sollten jetzt bereits eine Übersicht vor sich haben, die Sie schon als kleines Exposé verwenden können, auch wenn es da noch bessere Methoden gibt …
Nehmen Sie sich ein oder zwei Tage Zeit und schreiben Sie eine ungefähr einseitige Beschreibung für jeden Ihrer Hauptcharaktere. Diese “Charakterübersichten” sollten die Geschichte aus der Sichtweise des jeweiligen Charakters erzählen.Fühlen Sie sich wie immer vollkommen frei, zu früheren Schritten zurückzugehen und sie zu überarbeiten, während Sie immer mehr interessante Details über Ihre Charaktere erfahren. Dem Erfinder dieser Methode macht dieser Schritt großen Spaß, und er schickt diese “Charakterübserichten” mit an seine Verleger.
Mittlerweile haben Sie sich eine solide Geschichte und verschiedene Handlungsfäden erarbeitet, einen für jeden Charakter. Jetzt nehmen Sie sich bitte eine Woche Zeit und erweitern Sie die einseitige Handlungsübersicht aus Schritt vier in eine vierseitige Übersicht. Im Grunde werden Sie einfach jeden Absatz aus Schritt 4 auf eine ganze Seite erweitern. Das macht eine Menge Spaß, weil Sie hierbei die Logik Ihrer Geschichte auf höchster Ebene austüfteln und strategische Entscheidungen treffen. An dieser Stelle werden Sie auf jeden Fall zurück zu früheren Schritten gehen müssen, um Dinge zu korrigieren, weil Sie nun viel tiefere Einblicke in die Geschichte bekommsen und Ihnen neue Ideen entgegenkommen werden.
Nehmen Sie sich wieder eine Woche Zeit und erweitern Sie Ihre Charakterbeschreibungen in vollständige Charakterblätter, mit Details zu allem was es über den jeweiligen Charakter zu wissen gibt. Die Standardsachen so wie Geburtsdatum, Beschreibung, Geschichte, Motivaiton, Ziele etc. Am Wichtigsten ist dabei folgendes: Wie wird sich der Charakter während der Geschichte entwickeln?
Das ist eine Erweiterung Ihrer Arbeit von Schritt 3 und wird Ihnen eine Menge über Ihre Charaktere beibringen. Wahrscheinlich werden Sie mehrfach zurück gehen und die Schritte 1 bis 6 überarbeiten, während Ihre Charaktere anfangen, für Sie “wirklich” zu werden und launisch Bedingungen an die Geschichte zu stellen. Das ist gut - Fiktion ist Charaktergetrieben. Nehmen Sie sich so viel Zeit wie Sie dafür benötigen, denn Sie sparen einfach Zeit, die Sie später mehrfach gebraucht hätten. Wenn Sie mit diesem Prozess fertig sind (und das kann einen ganzen Monat gründlicher Arbeit erforden, bis Sie soweit sind), sind Sie bereit ein richtiges Exposé zu schreiben. In Schritt neun machen Sie das, allerdings gibt es noch etwas, dass Ihnen diese Arbeit erleichtern wird ...
Schneeflocke
Fügen Sie mehr und mehr hínzu
Zunächst nehmen Sie Ihre vierseitige Übersicht aus Schritt 6 zur Hand und erstellen eine Liste aller Szenen, die Sie brauchen werden, um die Geschichte in einen Roman zu verwandeln. Der einfachste Weg, dies zu bewerkstelligen, ist - eine Tabelle.
Aus irgendeinem Grund schreckt das einige Schriftsteller ab. Oh, was für ein Graus: Tabellen. Aber bitte versuchen Sie es einfach. Sicher haben Sie gelernt wie man ein Textprogramm bedient. Tabellen zu erstellen ist mit Ihnen recht einfach (Hinweis: Mit celtx, Scrivener, yWriter und Story Mill brauchen Sie diese Tabelle nicht; in der Struktur dieser Programme können Sie die Szenen und Kapitel direkt anlegen).
Sie möchten eine Liste von Szenen erstellen und Tabellen wurden erfunden, um Listen zu erstellen.
Wenn Sie Hilfe bei der Erstellung von Tabellen brauchen, kaufen Sie sich ruhig ein Fachbuch zu diesem Thema. Es gibt tausende von Büchern auf dem Markt und eines davon wird für Sie funktionieren. Es wird Sie weniger als einen Tag kosten, das bisschen zu lernen was Sie an Wissen brauchen. Diese kleine Inverstition wird sich für Sie tausendfach auszahlen!
Nutze Nutzen Sie also Ihre vierseitige Handlungsübersicht und erstellen Sie daraus eine Tabelle. Benutzen Sie jeweils nur eine Zeile für jede Szene. Nutzen Sie die erste Spalte, um den einzelnen Szenen eine bezeichnende Überschrift zu geben. In der nächsten Spalte geben Sie an, aus wessen Sichtweise die Szene geschrieben ist. In einer weiteren (breiten) Spalte beschreiben Sie in ein paar Sätzen, was in der Szene passiert.
Wenn Sie es ganz schick möchten, können Sie auch noch weitere Spalten einfügen, z.B. wieviele Seiten die Szene später ungefähr haben soll oder wo sie spielt. Eine Tabelle ist ideal, weil Sie auf diese Weise die Geschichte als Ganzes auf einen Blick betrachten können. Außerdem ist es so einfacher, Szenen zu verschieben, um Abläufe neu zu ordnen.
Diese Tabelle kann über 100 Zeilen lang werden, eine Zeile für jede Szene in Ihrem Roman. Während Sie die Geschichte entwickeln, können Sie sich immer wieder neue Versionen der Tabelle erstellen. Das ist unglaublich wertvoll, wenn sie die Geschichte analysieren wollen. Wenn Sie fertig sind, können Sie eine neue Spalte hinzufügen, in die Sie die Kapitelnummern eingeben und jede Szene einem Kapitel zuordnen.
Beginnen Sie, eine erzählende Beschreibung Ihrer Geschichte anzufertigen. Nehmen Sie sich jeder Zeile Ihrer Tabelle an und erweitern sie dise jeweils zu einer Beschreibung der Szene, die mehrere Absätze lang ist.
Fügen Sie Dialogzeilen, die Ihnen besonders gut gefallen hinzu und skizziere Sie den grundlegenden Konflikt der Szene. Wenn es keinen Konflikt gibt, dann wird es Ihnen an dieser Stelle auffallen und Sie können einen Konflikt einfügen oder die Szene umschreiben.
Dieser Prozess dauert gewöhnlich mindestens eine Woche und das Endresultat kann ein wuchtiges, 50 Seiten starkes, gedrucktes Dokument sein (Exposé), dass Sie z. B. mit roter Tinte überarbeiten können, während Sie später den ersten Entwurf verfassen. Sie können zum Beispiel gute Ideen, die Sie vielleicht immer mal wieder haben, auf die Ränder dieses Dokuments schreiben.
Schneeflocke
Ist die Scneeflocke fertig, ist es der Roman auch!
An diesem Punkt setzen Sie sich nun einfach hin, und fangen an, Ihren echten ersten Entwurf für Ihren Roman aus dem Boden zu stampfen. Sie werden erstaunt sein, wie schnell die Geschichte Ihnen aus den Fingern fließt. Randy Ingermanson, der Erfinder der Methode, erzählt, er habe Schriftsteller gesehen, die ihre Schreibgeschwindigkeit über Nacht verdreifacht haben, während sie qualitativ bessere erste Entwürfe produziert haben, als sie sie normalerweise in der dritten Überarbeitung schafften.
Vielleicht denken Sie jetzt, dass zu diesem Zeitpunkt schon alle Kreativität aus der Geschichte herausgekaut wurde. Sie werden aber feststellen, dass dem gabz oder gar nicht so ist. Sie haben nun lediglich ein perfekt erarbeitetes Dokument, an dem Sie sich beim Schreiben Ihres Romans orientieren können. Es gibt keinen Grund, 500 Stunden damit zu verbringen, einen wirren ersten Entwurf eines Romans zu verfassen, wenn Sie einen ordentlichen ersten Entwurf in 150 Stunden schreiben können. Selbst wenn Sie die 100 Stunden, die Sie brauchen, um das Designdokument zu erstellen, mit zählen, werden Sie viel Zeit sparen!
Etwa in der Mitte eines ersten Entwurfes können Sie eine Verschnaufpause machen, und all die losen Stellen in Ihrem Designdokument reparieren. Ja, das Designdokument ist nicht perfekt! Und das ist auch ganz normal! Designdokumente sind nicht in Stein gemeißelt, sie sind "lebende Gruppen" von Dokumenten, die wachsen, während Sie Ihre Geschichte entwickeln.
Wenn Sie Ihre Arbeit richtig gemacht haben, werden Sie am Ende des ersten Entwurfs darüber lachen, was für ein amateurhaftes Stück Müll Ihr Designdokument doch war. Und Sie werden begeistert davon sein, wie tiefgründig Ihre Geschichte geworden ist.
Das ist alles!


